Seit den 1950er-Jahren wird die Schweiz nahezu flächendeckend mit Natriumchlorid gesalzen. In strengen Wintern gelangen bis zu 350’000 Tonnen auf Strassen und Wege; rund die Hälfte der Salzproduktion dient dem Winterdienst. Streusalz senkt die Unfallrate deutlich und gilt als wirtschaftlich effizienteste Lösung.
Doch das Salz bleibt. In grossen Seen verdünnt es sich, kleinere Mittellandseen zeigen erhöhte Chloridwerte, Fliessgewässer winterliche Belastungsspitzen. In strassennahen Böden reichert sich Natrium über Jahre an, Pflanzen reagieren mit Schäden und Wachstumsstörungen – Folgen, die bis in den Sommer reichen.
Alternativen wie Splitt oder organische Zusätze senken den Bedarf, ersetzen das System jedoch nicht. Der Winter bleibt chemisch kontrolliert.
Die Fotografien zeigen Strassen, Gehwege, Natur meiner Umgebung. Filme, in Schnee und Streusalz eingelegt, färben sich rot; andere Bilder sind von Kristallen überzogen wie von frischem Schnee. Das Vertraute verschwimmt, Konturen lösen sich auf. Eine fremde, beinahe schöne Welt entsteht.
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